Die Bedeutung von Tageslicht in der Planung

Die Bedeutung von Tageslicht in der Planung

Tageslicht im Sunlighthouse

Ein Bericht von Arch. DI Dr. techn. Renate Hammer, MAS

Legt man evolutionäre Entwicklungszeiträume zugrunde, ist der Mensch an ein Leben im Außenraum angepasst. Eine Ausprägung dieser Anpassung besteht in der Abstimmung der visuellen Wahrnehmung und vielfältiger physiologischer Abläufe auf das terrestrische Solarstrahlungsangebot. Nicht zuletzt auf Grund ständig verbesserten Komforts steigt unsere Aufenthaltszeit im Innenraum jedoch stetig an, – man könnte sagen, „wir sind in den Innenraum übersiedelt“.

Die Betrachtung von Qualität und Quantität des solaren Strahlungsangebots in Innenräumen ist daher besonders relevant. Einfache Messungen zeigen, dass das innenräumliche Strahlungsangebot generell und auch nach Durchgang durch die transparenten Elemente der Gebäudehülle, stark reduziert und in manchen Spektralbereichen nicht mehr vorhanden ist. Ein Bewusstsein für die sich daraus ergebenden Probleme ist unter Gebäudeplanern kaum gegeben. Das Lichtangebot wird durchaus ausreichend empfunden, Strahlungsmängel werden nicht bewusst und folglich in der Architekturgestaltung kaum thematisiert. Daher wurde im Sunlighthouse von Beginn der Planung an darauf geachtet das Beleuchtungsniveau im Innenraum weit über den vorgegebenen Normwerten etwa des Tageslichtquotienten zu halten, einen hohen Anteil und lange Durchlichtungszeiten mit Direktlicht zu erreichen und einen direkten und ungehinderten Bezug zum Außenraum herzustellen.

Die Grafik beschreibt die Versorgung des Sunlighthouse am 21. Dezember mit direktem Sonnenlicht.

So wird dabei nicht nur die visuell ergonomische Komponente der Lichtplanung berücksichtigt sondern auch die physiologische und entsprechend zwei unterschiedliche räumliche Bezüge hergestellt: einerseits zwischen dem Rezeptororgan Haut und der ungefilterten Solarstrahlung und andererseits zwischen den visuellen sowie den nicht visuellen Rezeptoren des Auges und  dem innenräumlichen Tageslicht. Das führt zu neuen Anforderungen für den Entwurf und zur erstmaligen konkreten Anwendung neu entwickelter Planungstool und Messgrößen wie dem Light Penetration Factor LPF.

Diese Kenngröße wurde von der Donau-Universität Krems (Arch. DI Dr. techn. Renate Hammer, MAS und DI Dr. techn. Peter Holzer) zur Evaluierung eines Raumes oder eines Gebäudes mit direktem Sonnenlicht neu entwickelt. Der LPF gibt an, welcher Anteil des Raumvolumens an einem bestimmten Tag von direktem Sonnenlicht versorgt wird.

Mehr zum Thema finden Sie im Beitrag Tageslicht-Evaluierung

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