Ein Beitrag zur Energiewende: Dämmen und Heizen

Ein Beitrag zur Energiewende: Dämmen und Heizen

Die Energiewende beginnt auch mit Gebäuden

Die Energieautarkie für Österreich bis 2050 hat sich das Lebensministerium auf die Fahnen geschrieben. Ist das Modell Güssing wirklich auf die Republik übertragbar? Und wo fangen wir an uns unabhängig von arabischen Ölmultis und russischen Gasmonopolisten zu machen: beim Land, bei der Gemeinde, bei den Straßenlaternen? Gebäude sind ein guter Startpunkt – wie das Sunlighthouse.

Wobei verbrauchen Sie die meiste Energie?

Beitrag zur Energiewende: Solaranlage DachIm Stand-by oder beim Kipplüften, beim Baden, Kochen oder Fernsehen? Aber produzieren Sie auch Energie? Mit einer Solaranlage, Photovoltaik oder durch ihr Fitnesstraining zu Hause? Sie werden sich vielleicht wundern: meine Bewegung, was trägt die schon zur Energiewende bei? Aber bei modernen Hauskonzepten, wo in der Planung schon um jede Kilowattstunde gefeilscht wird, hängt der Heizbedarf durchaus auch von der Personenanzahl ab, die im Haus ihre Wärme abgeben. Mit etwa 80 Watt strahlt ein Mensch im Ruhezustand, vergleichbar mit einer Glühbirne. Damit kann die zusätzlich benötigte Heizleistung in einem vier Personen Haushalt schon reduziert werden.

Aber zurück zum Thema. In Fachkreisen munkelt man, es geht nirgends so einfach energieautark zu werden als bei den Gebäuden. Woran das liegt?

  1. ein Gebäude lässt sich hervorragend dämmen – das reduziert den Energieverlust über Außenwände und Fenster. Je nachdem wie dick man die Wände gestaltet kann man so den Heizwärmebedarf (HWB) nahe Null bringen – das klassische Passiv- oder Nullenergiehaus. Das lässt sich übrigens mit jedem Baustoff erreichen. Polysterol ist nur deswegen so beliebt, weil man davon mit gewohnten Wandstärken den gleichen Effekt erzielt, für den man mit Betonwänden schon 1 m dicke Wände bräuchte. Da bliebe das Tageslicht dann endgültig auf der Strecke. Aber vom Prinzip wärs möglich. Wenn man den Energieaufwand bei der Baustoffproduktion nicht seinem Haus anrechnet, denn in der Herstellung ist auch Styropor ein Energiefresser. Im Sunlighthouse wurde das übrigens gemacht, deswegen besteht unsere Dämmung auch aus Holz, Wolle und Flachs.
  2. Solar, Photovoltaikein Gebäude kann regenerative Energie erzeugen z.B. wenn das Dach statt mit Ziegeln mit Solaranlagen- und PV-Elementen gedeckt ist. Und mit dieser Seite kann aus einem Haus ein Plusenergiehaus werden oder ein kleines Kraftwerk, das Energie bereitstellt. Energieautark oder besser gesagt energieautonom ist ein Gebäude also relativ einfach zu machen, wenn große südseitig ausgerichtete Dach- und Fassadenflächen vorhanden sind. Aber auch viel einfacher durch Fensterflächen, die direkt das Sonnenlicht als Wärme in den Raum lassen, kann ein Haus Energie selbst erzeugen. Das alles nutzt das Sunlighthouse auch, obwohl es nicht mit großzügigen unbeschatteten Südflächen aufwarten kann.

 

Die Frage ist am Ende immer: geht die Bilanz auf? Habe ich genug gedämmt damit meine kleine Solaranlage die nötige Wärme für den Winter und heißes Wasser liefern kann? Oder habe ich genug investiert, damit meine Energieschleuder wenigstens regenerative Enerige verschleudert (als Beispiel würde mir hier ein Pool mit solarem Warmwasser einfallen). Ob diese Bilanz im Sunlighthouse aufgeht, wissen wir noch nicht: die Heizperiode erwartet uns erst Ende des Jahres.

Und noch ein Tipp am Rande: wenn Sie wirklich ernsthaft Energiesparen wollen – lassen Sie Ihr Auto einfach mal in der Garage 😉

[Anmerkung]
Yasmin Dorfstetter war für 1 Jahr Testbewohnerin im Sunlighthouse und beschäftigt sich, als Energie-Expertin, beruflich schon jahrelang mit diesem Thema.

 

 

 

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