Frische Luft: was ist das?

Frische Luft: was ist das?

Frischluft für mehr Lebensqualität

In den kommenden kalten und dunklen Monaten, werden wir uns wieder mehr in unsere Wohnräume verkriechen. Eine behagliche Atmosphäre ist ausschlaggebend dafür, dass wir uns in unseren Räumlichkeiten wohl fühlen. Die Raumluft spielt dabei eine wichtige Rolle.

118020-07-XXS2 copySauerstoff ist ein wichtiger Bestandteil unserer Atemluft. Sie setzt sich aus 78% Stickstoff und 21% Sauerstoff zusammen, der Rest besteht aus Kohlendioxid und Edelgasen. Gute Luft wird als „Frischluft“ bezeichnet und sollte frei von Verunreinigungen und gesundheitsschädigenden Stoffen sein.

118022-07-XXS2 copyEin Mangel an Frischluft macht sich schnell durch Müdigkeit, Schlappheit, Leistungsschwäche und Unlust bemerkbar und kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen, wie etwa Migräne, Schwindel oder Durchblutungsstörungen.

Das Raumluftklima wird vom Menschen unterschiedlich wahrgenommen und vor allem durch folgende Faktoren beeinflusst, wie zB. Raum- und Oberflächentemperatur der Wände, Luftfeuchtigkeit, Schimmelsporen oder Gerüche. Aber auch Möbel, Pflanzen oder Baumaterialien können die Luftqualität verändern.

 

Was ist schlechte Luft?

Gute Luft ist im Idealfall frei von Schadstoffen, beziehungsweise sollten bestimmte Richtwerte nicht überschritten werden. Unter Umständen atmen wir in Innenräumen jedoch mehr Schadstoffe ein als an einer befahrenen Straße. Gerade die CO2 Konzentration ist ausschlaggebend für die Luftqualität im Wohnbereich. Sie sollte nicht über 1.000 ppm – Teile pro Million – liegen, da es ansonsten schnell zu Konzentrationsschwierigkeiten kommt. Dies bedeutet, der CO2 Anteil sollte nicht höher als 0,1 % sein! Der deutsche Hygieneforscher, Max von Pettenkofer, kritisierte schon 1858 die Luftqualität in Schulräumen, dieses Thema hat durch die immer dichtere Bauweise sogar an Relevanz gewonnen.

Unsichtbare Gefahren

Schimmelsporen bleiben oft unbemerkt und belasten die Luftqualität beträchtlich. Schimmel ist meist ein Indikator für zu hohe Luft- oder Materialfeuchtigkeit, als auch ein falsches Lüftungsverhalten. In vielen Fällen befindet sich der Schimmel hinter Einbaumöbeln oder Holzvertäfelungen, oder sogar im Mauerwerk. Ein Indiz für versteckten Schimmel kann zum Beispiel ein muffiger Geruch oder feuchte Mauerstellen sein.

Leichtflüchtige organische Schadstoffe, sogenannte VOC, werden hauptsächlich von behandelten Hölzern, Textilien, Farben, Lacken, Leimen, Bodenbelägen und Teppichböden an die Luft abgegeben. Bei geringer Konzentration kommt es zu einer Geruchsbelastung. Bei einer erhöhter Konzentration kann es allerdings zu unspezifischen gesundheitlichen Problemen führen, wie zB Allergien, Reizung der Schleimhäute, Müdigkeit, Kopfschmerzen, etc.
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CO2 – Kohlendioxid

Obwohl sich die Technik weiter entwickelt hat, hat sich unser Lüftungsverhalten seit hunderten Jahren nicht mehr geändert, so DI Peter Tappler von der IBO Innenraumanalytik. Der Frischluftbedarf pro Person liegt bei etwa 30 m³/Std. Ständig die Fenster geöffnet oder gekippt zu halten, führt allerdings zu erheblichen Wärmeverlusten und verursacht trockene Luft, besonders in der kalten Jahreszeit. „Es gilt daher für die Luftmengen im Winter: Nicht zu wenig – aber auch nicht zu viel“, so DI Peter Tappler.

Frischluft im SchlafzimmerWährend früher die verbrauchte Luft durch diverse Fugen (z.B.: undichte Altbaufenster) entweichen konnte, vergiften wir heutzutage unsere Raumluft mit jedem Atemzug immer mehr. Ab einen CO2 Gehalt von 2.500 ppm – 0,25 % – befindet man sich schon in einem gesundheitsschädigenden Bereich. Da die meisten Schlafzimmer heutzutage eher klein geschnitten sind, kommt es schnell zu einer hohen CO2 Konzentration. Um dies zu vermeiden müsste man nachts einmal pro Stunde aufstehen und lüften.

Lösungen

Effektivere Lösungsansätze wären entweder eine kontrollierte Wohnraumlüftung, bei der über ein Rohrnetz Frischluft von Außen in die Räume geblasen wird. Allerdings sind der Installationsaufwand und die Erhaltungskosten erheblich. Eine andere Möglichkeit wären „intelligente“ Fenster mit CO2 Fühlern, eine sogenannte bedarfsgerechte Fensterlüftung, bei welcher sich die Fenster automatisch, je nach CO2 Konzentration öffnen und so für einen niedrigen Kohlendioxidgehalt sorgen.

118025-07-XXS copyZusätzlich zu einem guten Lüftungsverhalten sollte man sich möglichst oft im Freien aufhalten. Schon ein kurzer Spaziergang kann die Stimmung wieder aufhellen und lässt uns durchatmen. Die regelmäßige Sauerstoffversorgung ist essentiell wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Den bewussten Umgang mit Frischluft werden Ihnen Ihr Körper und Ihr Geist danken. Weitere Tipps zum Thema Raumluft können Sie in unserer Checkliste nachlesen.

 

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