Tageslicht in der Medizin

Tageslicht in der Medizin

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Nachdem wir bereits in vorangegangenen Beiträgen auf den Einsatz von Tageslicht in der Architektur und die Wirkung von UV-Strahlung auf den menschlichen Körper eingegangen sind, möchten wir heute den Fokus auf den medizinischen Aspekt legen. Innerhalb der letzten Jahre wurde auf diesem Gebiet vermehrt von Allgemeinmedizinern, Psychologen und Biologen geforscht. Dabei konnte ein deutlich stärkerer Einfluss von Tageslicht auf die Gesundheit festgestellt werden, als ursprünglich angenommen.

Tageslicht in der Medizin

Depressionen entgegenwirken

Die Tage werden zwar bereits wieder länger, der Frühling ist jedoch noch einige Zeit entfernt. Man fühlt sich müde, schlapp und gerädert. Sollte in den Herbst- und Wintermonaten dieser Zustand zum ständigen Begleiter werden, so könnte es sein, dass auch Sie von einer saisonal abhängigen Depression, kurz SAD, betroffen sind. Bedingt durch die verminderte Lichtintensität können diese Symptome durch natürliche Sonneneinstrahlung einfach therapiert werden. Gerade in der kalten, sonnenarmen Jahreszeit sollte man daher darauf achten, sich ausreichend an der frischen Luft zu betätigen. Durch die erhöhte Sonnenlichtzufuhr wird außerdem, ähnlich wie beispielsweise beim Joggen, Serotonin – ein Glückshormon – ausgeschüttet.

 

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Stärkung des Immunsystems

Auch durch die Vitamin D Bildung, die durch Sonnenlicht gefördert wird, treten positive gesundheitliche Aspekte auf. Im Sommer beispielsweise, wenn der Vitamin D „Speicher“ gefüllt ist, sind Erkältungen und Grippe-Epidemien weit seltener. Das Immunsystem wird somit durch Tageslicht positiv beeinflusst.

 

 


Tageslicht in der MedizinBrustkrebs vorbeugen

In der Krebsforschung stellt sich aktuell die Frage, welche positiven Effekte hier mit Tageslicht erreicht werden können. Frauen, die häufiger direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, haben eine nachweislich höhere Überlebenschance, da UV-Strahlung die Melatonin Produktion unterdrückt. Melatonin beeinflusst neben dem circadianen Rhythmus, der für den Schlafrhythmus des Menschen verantwortlich ist auch den Östrogenhaushalt. Künstliche Beleuchtung stört die natürliche Melatonin Produktion, wodurch wiederum weniger Östrogen
bei Frauen ausgeschüttet wird, was in einem erhöhten Brustkrebs Risiko gipfelt.


Förderung der Konzentrationsfähigkeit
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Weitere medizinische Untersuchungen zu den Auswirkungen von Tageslicht auf den menschlichen Organismus belegen, dass auch die generelle Leistungsfähigkeit gesteigert wird.

Wohingegen man früher versuchte, Tageslicht vollkommen bei der Neuerbauung von Bürokomplexen zu verbannen, aus Angst vor Ablenkung und Zerstreuung, geht heute der Trend in die entgegengesetzte Richtung.
Der Mensch reagiert auf Reize – Monotonie, egal welcher Art, wirkt auf Dauer ermüdend. Bei künstlichem, „konstantem“ Licht, fehlen genau diese Reize.
Die Dynamik des natürlichen Sonnenlichts sorgt dafür, dass zu unterschiedlichen Tageszeiten auch unterschiedliche Lichtverhältnisse herrschen, die dabei helfen, dass Müdigkeit und mangelnde Konzentration
seltener auftreten.

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