Dachformen im Überblick

Dachformen im Überblick

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Über Jahrtausende hinweg, bis zum heutigen Tag, gilt das Dach als schützendes Element für das Gebäude und die Menschen, die darin wohnen. So haben sich im Laufe der Zeit – bedingt durch technische Möglichkeiten aber auch durch den jeweiligen Zeitgeist – die unterschiedlichsten Dachformen entwickelt.

Wir unterscheiden 2 große Kategorien von Dächern:

  • Das Flachdach (das sind alle Dächer mit einer Neigung von 1 bis 5°) braucht auch eine gewisse Neigung, um die Entwässerung sicherzustellen. Man spricht übrigens bei Flachdächern von Abdichtung.
  • Die zweite Gruppe der Dächer, die Steildächer, haben hingegen eine Dachdeckung. Steildächer sind also Dächer mit einer Neigung über 5°.

 

Die wichtigsten Dachformen des Steildaches:

Dachformen satteldach

  • Das Satteldach ist quasi die „Ur-Form“ des Daches und gleichzeitig die am häufigsten vorkommende Dachform. Das Wasser wird beim Satteldach nach beiden Seiten hin zur Traufe (das ist der untere Teil des Daches) abgeleitet.

 

 

 

Dachformen asymmetrisches satteldach

  • Wenn beim Satteldach die Traufen unterschiedlich hoch geplant sind wird es auch als  „einhüftiges (oder auch asymmetrisches) Satteldach“ bezeichnet. Verwendung findet es auf vielfältige Weise, in schneereichen Regionen wird das Satteldach beispielsweise mit einem niedrigeren Neigungswinkel verwendet, da es besser geeignet ist um große Schneemassen aufzufangen und unkontrollierte Abgänge somit zu vermeiden.

 

Dachformen Plutdach
  • Das Pultdach ist als ein halbes Satteldach zu bezeichnen. Das Wasser kann nur nach einer Seite hin zur Traufe abfließen.

 

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dachformen walmdach
  • Das Walmdach hat – im Unterschied zum Satteldach – keine Giebelmauer. Diese Dachform besteht aus zwei trapezförmigen Hauptdachflächen und zwei dreieckigen Walmdachflächen. Bestaunen kann man Beispiele dieser Baukunst im schönen Schwarzwald oder auch in Südtirol.

 

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dachformen mansarddach
  • Das Mansarddach ist eine im 20. Jahrhundert oft ausgeführte Dachform, vor allem im städtischen Bereich. Sie kommt vorzugsweise dann zur Anwendung, wenn es sich um eine möglichst optimale Ausnützung des Dachraumes für Wohnzwecke handelt. Hierbei sind die unteren Dachflächen abgeknickt. Durch diese Bauweise kann zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

 

dachformen modelhome frankreichDächer prägen Gebäude

Während bei weiten Teilen der Bevölkerung das Flachdach oder das flach geneigte Pultdach als „modern“ betrachtet wird, geht der Trend wieder eindeutig Richtung Steildach – oftmals aber nicht in der traditionellen Form. Architekten sehen mit dem Steildach die Möglichkeit, spannende und unkonventionelle Formen zu generieren: das Dach sozusagen als „5. Fassade“. Dabei werden Dach und Fassade mit demselben Material bekleidet. Diese monolithische Form lässt das gesamte Haus als eine Skulptur erscheinen.

dachformen sunlighthouseEin weiterer Grund für den Paradigmenwechsel vom Flach- zum Steildach ist die Integrationsmöglichkeit von erneuerbaren Energiequellen in die Dachfläche. Sowohl Photovoltaik-Module, Solarkollektoren als auch Dachflächenfenster lassen sich elegant und unscheinbar in die Dachfläche integrieren und bilden eine formale Einheit.

 

Steildach wieder im Trend

Laut einer Studie des angesehenen Marktforschungsinstituts meinungsraum.at tendieren Österreichs „Häuslbauer“ generell zu einer der unterschiedlichen Varianten des geneigten Daches: 83% aller Teilnehmer an, dass nur das Steildach für sie in Frage käme. Hintergrund dafür sind neben der Optik auch Faktoren wie Langlebigkeit, bauliche Tragfähigkeit, Energieeffizienz, Schutz vor extremen Wetterbedingungen sowie die damit verbundene Investitionssicherheit.

Auch bei bereits bestehenden Häusern, kann durch Umbaumaßnahmen am Dach nicht nur Energie gespart, sondern auch zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. In Zeiten von steigenden Grundstückspreisen und allgemeiner Bauflächenknappheit kann durch den Umbau außerdem auch der Gesamtwert des Hauses gesteigert werden.

Worauf man – neben optischen Vorlieben – bei der Wahl der Dachform achten muss, werden wir in einem unserer nächsten Artikel erläutern.

Fotos in diesem Artikel: Adam Mørk

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