Wohnen und Zukunft im grünen Bereich

Wohnen und Zukunft im grünen Bereich

Wir werden immer mehr. Unsere Bedürfnisse und auch der Bedarf an Wohnraum steigen und steigen – alleine Österreich verliert täglich rund 20 Hektar Grünland für Verkehr, Industrie, Freizeit- und Bergbauflächen, aber auch für Wirtschafts- und Wohnraum. Der VELUX Active House Award 2016 stand daher unter dem Motto „Rethink Suburbs“ und beschäftigte die Köpfe vielversprechender Jung-ArchitektInnen mit dem brandaktuellen Thema „Nachverdichtung und Nachhaltigkeit“, besonders in der Nähe von Ballungszentren.

Große Teile des verbauten Bodens werden versiegelt, wodurch wichtige Funktionen wie die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff verlorengehen. Nachhaltiges Flächenmanagement und ein sorgsamer Umgang mit unserem wertvollen Grünland sind daher keine Modeerscheinung, sondern Gebot der Stunde. Denn was einmal verbaut ist, geht als Naturlandschaft für Generationen verloren.

 

Für eine lebenswerte Zukunft

Unserer Leidenschaft für Licht und Luft sowie wohngesundes Umfeld tragen wir nicht nur mit unseren Produkten Rechnung – es gehört zu unserem Wertebild, über unsere Fenster hinauszudenken, sie als Teile eines lebens- und umweltfreundlichen Gesamtkonzeptes zu sehen, wie es beispielsweise ein Active House bietet. Beim diesjährigen VELUX Active House Award haben wir mit „intelligenter Nachverdichtung unter Berücksichtigung der Active House Kriterien“ ein aktuelles Thema aufgegriffen, das uns sehr am Herzen liegt. Schließlich sind 78,8 % der Bauwerke in Österreich Einfamilienhäuser. 59,4 % davon werden von zwei Personen oder überhaupt nur von einer Person bewohnt – mehr als die Hälfte der Bauwerke werden also nicht optimal genutzt.
Active House Award 2016 Active House Logo

Wie wichtig die Sensibilisierung auf „brach liegenden“, bereits bestehenden Lebensraum ist, weiß auch Architektin Julia Lindenthal: „Würde man diesen ungenutzten Raum in österreichischen Einfamilienhäusern effizient verwerten, könnten rund 620.000 Menschen untergebracht werden, die sonst auf Stadtränder mit neu errichteten Häusern ausweichen müssten.“ Doch wie kann das in der Praxis aussehen? „Durch einen Aus- und Umbau könnten eigenständige Wohneinheiten geschaffen werden“ erklärt Heinz Hackl, VELUX Österreich. „Mehrgenerationenwohnen, Arbeiten und Wohnen unter einem Dach oder auch Vermietung einer neu geschaffenen Wohneinheit bieten hier zukunftsweisende Wohnmodelle.“ Wirft man einen Blick hinter die heimischen Mauern, erkennt man in der Tat: Speziell die Einfamilienhäuser der 1970er und 80er zeigen viel Potenzial für Umbauten – überdimensionale Wohnzimmer waren in diesen Zeiten modern, Treppen, Badezimmer und auch Kellerräume wurden hingegen eher beengt gebaut, Dachböden überhaupt nicht oder nur teilweise ausgebaut, inzwischen leer stehende Kinderzimmer werden nicht genutzt und die Gärten sind oft riesig. Dazu kommt, dass aufgrund der großstädtischen Lebensart ältere Menschen heute meist alleine wohnen.
Active House Award 2016 Active House Kompetenzen

 

Gewohntes neu denken

Genau hier anzusetzen und in bestehenden Häusern lebenswerte, neue Wohnkonzepte zu entwickeln, kann einer weiteren Zersiedelung und Nachverdichtung effektiv entgegenwirken. Umso mehr freuen uns die von den jungen ArchitektInnen anlässlich des VELUX Active House Awards 2016 eingereichten inspirierenden und richtungsweisenden Konzepte, allen voran das Siegerprojekt von Lukáš Kavaššay, Student in Tschechien.

Active House Award 2016 Beispielhaus

 

Bestehendes neu gestalten

Der internationale Wettbewerb mit TeilnehmerInnen aus der Schweiz, der Slowakei, Tschechien und Österreich wurde in Kooperation mit der niederösterreichischen Stadtgemeinde Wolkersdorf durchgeführt. Die Aufgabe für die StudentInnen bestand darin, ein typisches Einfamilienhaus älterer Bauart zum einen in ein nachhaltiges, ressourcenschonendes, helles Active House zu verwandeln, zum anderen sollte die Nutzung von potenziellem Wohnraum im Fokus stehen. Das Ergebnis waren hervorragende Projekte von sofort umsetzbarer Top-Qualität. Von der Jury besonders gut beurteilt wurden jene, die viel von der Grundsubstanz des Bestandsgebäudes belassen haben – die Arbeiten könnten zukunftsweisende Inspiration für Siedlungsgebiete rund um Ballungszentren und Denkanstoß für den Umgang mit bestehenden Einfamilienhaussiedlungen sein.

Aktive House Award 2016 Teilnehmer

 

 

Lukáš Kavaššay beeindruckte die Jury mit einem besonders klaren Konzept: Durch die Versetzung der Garage in den Untergrund wurde das Gebäude optisch verkleinert und zusätzliche Grünfläche geschaffen. Active House Kriterien eröffnen zudem neue Dimensionen im Hinblick auf Wohnkomfort, Wohlgefühl und Umweltschonung: Die Energie wird konsequent aus erneuerbaren Quellen der am Steildach angebrachten Photovoltaik-Paneele gewonnen, wertvolles Regenwasser wird aufgefangen und recycelt. Ein durchdachtes Tageslichtkonzept lässt viel natürliches Licht in die Räume, effiziente Belüftung sorgt für wohngesunde Raumluft.
Active House Award 2016 Lukáš Kavaššay

Lukáš Kavaššay freut sich über seinen Sieg: „Im Rahmen des Wettbewerbs habe ich mich erstmals mit der Zersiedelung und Nachverdichtung vor allem in Verbindung mit gesundem Wohnen ernsthaft auseinandergesetzt. Es sind wichtige Themen unserer Zeit, die uns auch in Zukunft stark begleiten werden.“

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