Haus am Venusgarten: Tageslicht-Evaluierung

Haus am Venusgarten: Tageslicht-Evaluierung

DI Volker Dienst und Arch. Christoph Feldbacher haben mit Ihrem Entwurf perfekt auf die schwierigen örtlichen Gegebenheiten reagiert. Das Bauen im engen, historischen Bestand führte zu einem „Haus am Haus“-Konzept.

Foto: Jörg SeilerFür den Entwurf waren der Ausblick auf den Venusgarten sowie der Umgang mit Sonnenlicht prägende Kriterien. Dabei war die Ausgangssituation alles andere als einfach: die Südseite des Gebäudes ist straßenseitig orientiert, eng und dicht verbaut. Der längliche Neubau ist Richtung Norden, zum Donautal hin durch eine Glasfront und großzügige Schiebetürelemente komplett geöffnet. Damit nimmt er Bezug auf die naturräumlichen Gegebenheiten und ermöglicht Ausblicke auf den Obstgarten und das parallel verlaufende Donautal.

Nach Süden zur Dorfstraße hin geschlossen, ermöglicht die strukturierte Holzlamellenfassade aus massiver Weißtanne Privatsphäre und Beschattung. Die gefilterte Belichtung über die dahinter liegenden Fenster macht die Bewegung des Sonnenlichts erlebbar. Durch das Einschneiden eines hofartigen Balkonraumes im Osten mit Kräuterbeet werden Bezüge zum Außenraum (z.B. nach Südosten zur Burg Aggstein) aber auch Durchblicke möglich.

Visualisierung mittels Daylight Visualizer              Realität/ Foto: Jörg Seiler

Tageslicht-Evaluierung

Trotz der dichtverbauten Situierung des Gebäudes waren die Orientierung zum Tageslicht und die Schaffung einer entsprechenden Privatsphäre mit starkem Bezug zum Naturraum wesentliche Ziele des Planungsteams und des Bauherrn. So soll jeder Bereich des Dachgeschoßes – selbst an trüben Tagen – ausreichen mit Tageslicht versorgt sein.

Tageslicht -Quotient mittels VELUX Daylight Visualizer ermittelt.

Die Belichtung des Dachgeschoßes erfolgt über eine großzügige Verglasung der nordseitigen  Giebelwand – hier eröffnet sich auch der freie Blick auf den Marillengarten und das Donautal – einem horizontalen Fensterband ostseitig sowie gezielt platzierten Dachflächenfenstern in der westseitigen Dachfläche  für die Belichtung in die Raumtiefe.

Diese strategische Nutzung des Zenitlichtes (= Licht von oben, das an Tagen mit bedecktem Himmel 3 x so viel Licht wie das Licht von der Seite bietet) schafft eine hohe Tageslicht-Qualität, die über einen Lichtschacht im Stiegenhaus bis in das Erdgeschoß erlebbar bleibt.

Die Tageslicht-Evaluierung erfolgte mittels Software „VELUX Daylight Visualizer“:Tageslicht-Quotient mittels Daylight Visualizer
Die Auswertung des Tageslicht-Quotienten zeigt einen durchschnittlichen Wert von 8,5 % im Wohnbereich.  Klingt recht bescheiden, ist aber in der Tat außerordentlich hoch: die DIN 5034-4 empfiehlt einen Tageslicht-Quotienten von mindestens 0,95 % in der Raummitte.

Bemerkenswert ist bei diesem Projekt auch die Gleichmäßigkeit der Belichtung, die den Raum subjektiv noch heller erscheinen lässt. Das perfekte Zusammenspiel zwischen den vertikalen Verglasungen mit den bewusst gesetzten Blickbeziehungen und den Belichtungsöffnungen durch das Dach – in Verbindung mit der warmen Oberfläche der Weißtannenverkleidung – ergibt faszinierende Lichtstimmungen und eine perfekte Belichtung.

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