Haus am Moor: Material und Ökologie

Haus am Moor: Material und Ökologie

Holz aus dem eigenen Wald: So wird Bauen nachhaltig!

Einheit von Natur und Kultur

Einem einfachen Stadel gleich setzt der langgestreckte Baukörper in Holz den Schluss-Strich an die Zeile von Einfamilienhäusern am Dorfrand von Krumbach. Das Haus begrenzt den Siedlungsraum zum Moor und schlägt die Brücke vom Naturraum zum Dorf.

Versinnbildlicht in der Geste des offenen Entrees zwischen Haupt- und Nebenteil und der Kombination von unbehandelter Weißtanne und samtenen Beton.

Holz aus dem eigenen Wald in SchwarzenbergRaffiniert und gediegen in allen Details, klar und bescheiden in der Aussage – die perfekte Antwort auf den Ort. 

Text: Mag. arch Marina Hämmerle, 2009 – 2012 Mitglied im Beirat für Baukultur des Bundeskanzleramtes und Repräsentantin der Architekturstiftung Österreich.

 

Thematisch und in der Materialwahl ist das Haus am Waldrand von Holz geprägt. Im eigenen Wald in Schwarzenberg wurde das Holz ausgesucht, geschlägert (beim richtigen Mondzeichen), gesägt und verbaut. Gesamt wurden 70 Fichten und Tannen so eingesetzt dass eben alles – und nicht nur die besten Stücke – gebraucht werden konnten; für Konstruktion, Wandflächen, Türen, Bodenaufbau und Bodendielen.

 

Eigener Lehm wird zu Ziegeln gepresstEs wurden keinerlei Holz-Werkstoffplatten verbaut. Sämtliche Türen, die Küche und sehr viele der Möbel sind in Massivholz gefertigt. Des Weiteren kam beim Aushub brauchbarer Lehm in einen Meter Tiefe zum Vorschein. Dieser wurde nach Dornbirn gebracht, zu Ziegel gepresst und luftgetrocknet. In die Rillen der Ziegelsteine wurden die Fußbodenheizungsrohre eingelegt und mit einem fein sägerauen Weißtannenboden belegt.

 

 

Foto: Jörg Seiler

Das Materialkonzept beruht auf regional verfügbaren, naturnahen Materialien. Arch. Bernardo Bader hat hier heimisches Holz konsequent und mit der für ihn typischen Detailgenauigkeit eingesetzt. Durch die Verwendung von Holz aus dem eigenen Wald kam nicht nur ein Werkstoff zum Einsatz, der ohnehin in der Fertigung fast keine „graue Energie“ verursacht; es sicherte kurze Transportwege und somit konnten auch die sonst üblichen CO2-Emissionen durch Transporte weitestgehend vermieden werden.

Die Dämmung der Holzriegel erfolgte mit Zellulose – ein Recyclingprodukt, das ebenfalls kaum Energie in der Herstellung verursacht. Für die Dachdeckung wählte der Architekt Kupfer als hochwertiges, aber langlebiges und für die Anforderungen des rauen Klimas des Bregenzerwaldes optimal geeignetes Material.

Text: Arch. DI Bernardo Bader

 

Projektdokumentation

 

 

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