Tageslicht für sonnige Gemüter

Tageslicht für sonnige Gemüter

Architektur für Kinder
Freiraum zum Spielen, lichtdurchflutete Innenräume und eine moderne, geradlinige Architektur – das sind wesentliche Merkmale des Kindergartens Pleißing, der gerade rechtzeitig zum Schulbeginn des letzten Schuljahres für zwei Kindergartengruppen eröffnet wurde.

6T5B5566Fotos: Patricia Weisskirchner

Die besonderen Ansprüche an Schul- und Kindergartenarchitektur stellt BauherrInnen und ArchitektInnen sowohl beim Bau neuer Einrichtungen als auch beim Umbau oder bei einer Erweiterung bestehender Schulgebäude oft vor wichtige Entwurfskriterien. Ein solches Gebäude muss nicht nur funktional die Bedürfnisse der BenutzerInnen widerspiegeln, sondern sich auch positiv auf ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit auswirken. Wichtige Faktoren stellen in diesem Zusammenhang eine optimale Belichtung und ein gutes Raumklima dar.

Mangelndes Tageslicht wirkt sich bei Kindern negativ auf ihre Fähigkeit aus, Aufmerksamkeit und Konzentration zu entwickeln und hat einen entscheidenden Einfluss auf ihr Wachstum und ihre Entwicklung. Darüber hinaus vermeidet ausreichend Tageslicht visuelle Beeinträchtigungen und unterstützt das Sehvermögen. Natürliches Licht kombiniert mit gutem Innenraumklima steigern die Lernfähigkeit und Wachsamkeit bei Kindern nachweislich sogar bis zu 15%.
Quelle: “Indoor Environment and Learning in Schools”, International Centre for Indoor Environment and Energy (ICIEE), Technical University of Denmark, 2013

Da Kinder einen Großteil der Zeit in Schulen und Kindergärten verbringen, sind diesen Rahmenbedingungen besondere Aufmerksamkeit in der Planung zu schenken.

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Die Architektur des Gebäudes ist eine perfekte Antwort darauf. Tageslicht gelangt über die Fassade, als auch über das Dach in das Gebäude und sorgt für ausgeglichene Lichtverhältnisse. Ausblicke und Einblicke zu und aus den nahe liegenden Freibereichen werden ermöglicht und zusätzlich kann für eine natürliche Belüftung gesorgt werden.

Beim Zubau des Kindergartens in der Stadtgemeinde Hardegg wurden ebendiese Faktoren von den Architekten Oberstaller Sammer in der Planung berücksichtigt. Die verspielte Entwurfsidee geht auf einfache „Bauklötzchen“ zurück, die für das architektonische Konzept in unterschiedlichen Größen ineinander geschoben wurden. Somit konnten Räume und „Leer“-Räume geschaffen werden, die für das Raumprogramm wichtig waren und entsprechend genutzt werden können. Das eingeschossige, barrierefreie Gebäude wurde in wärmegedämmter Holz-Riegelbauweise ausgeführt. Wirtschaftliche Gründe führten dazu, dass der Kindergarten an die bestehende Volksschule angebaut wurde.

6T5B5664Im Zentrum des Erweiterungsbaus befindet sich ein Atrium, das den Kindern als Freibereich dient und alle angrenzenden Räume zusätzlich mit natürlichem Tageslicht versorgt. Die beiden Gruppenräume, die im Süden nebeneinander situiert sind, werden dadurch von drei beziehungsweise vier Himmelsrichtungen und aufgrund der Raumtiefe zusätzlich von Oben belichtet. Die Flachdachfenster unterstützen die optimale Ausleuchtung auch in den Gängen, den Garderoben der Kinder und im Multifunktionsraum.

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Zudem stellt die Belichtung über das Dach natürliches Licht ebenfalls in der Personalgarderobe, die im Norden an die Volksschule angebaut ist, sicher.

Die Innenraumgestaltung ist bewusst zurückhaltend ausgeführt, da die Räume durch die Spielsachen und schließlich auch die Kunstwerke der Kinder mit den unterschiedlichsten Farben gefüllt werden. Durch die Beschränkung auf helle Einbaumöbel und ruhige Farben entsteht eine Atmosphäre von Heiterkeit und Geborgenheit.

Die Verwendung von Holz beschränkt sich nicht nur auf die Innenräume, sondern findet auch in der Fassade seine Umsetzung: unterschiedlich angeordnete Holzlatten verleihen ihr eine verspielte Struktur.

 

6T5B6063neuIm Freibereich steht den Kindern eine großzügige Spielfläche zur Verfügung. Bei Schlechtwetter verbringen sie ihre Zeit in den großzügigen, tageslichtdurchfluteten Innenbereichen. Der neu adaptierte Turnsaal der angrenzenden Volksschule wird als Bewegungsraum genutzt.

Die Architekten Oberstaller Sammer haben ihren Auftrag sehr ernst genommen und für genügend Tageslicht, Luft und Raum gesorgt, sodass sich die Kinder und die BetreuerInnen in ihren neuen Räumlichkeiten gesund und wohlfühlen.

 

 

 

 

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