D&A: Im Takt der Natur

D&A: Im Takt der Natur

In der aktuellen Ausgabe des D&A Magazins dreht es sich alles um die wichtigste Sache der Welt: unsere Gesundheit! Welche Rollen dabei die Natur, die gebaute Umwelt und unser Tagesrhythmus spielen, wird in drei spannenden, lehrreichen und vor allem wissenswerten Kapiteln beleuchtet. Heute starten wir mit der ersten Lektüre daraus: Leben und Wohnen im Einklang mit der Natur.

gesund leben breathe outside the house
Peter Buchanan, Architekt und Stadtplaner fordert ein „Mehr“ an Natur in unseren Städten und Gebäuden. „Unserer Gesundheit und Lebenszufriedenheit zuliebe müssen wir unsere Städte, Häuser und unser Alltagsleben auf neue Weise mit der Natur verbinden“, lautet seine Ansicht. Die Rückbesinnung auf die Natur also, „deren Wert wir aufs Neue  erkennen müssen.“

Einst lebte der Mensch in enger Verbindung mit der Natur. Sie war Zuhause und Nahrungsgrundlage in einem. Mit Beginn des Ackerbaus wurde die nomadische Lebensweise allerdings gegen Sesshaftigkeit eingetauscht und seither versucht der Mensch die Natur zu kontrollieren und auszuplündern. „Im Laufe der Zeit trat eine zunehmende Trennung zwischen menschlicher und natürlicher Umwelt ein“, so der Autor.


Welche negativen Auswirkungen diese „Errungenschaft“ mit sich brachte, wissen wir. Nun ist es an der Zeit, dass sich nachhaltige Architektur nicht nur um die Reduktion des Energieverbrauchs und um Materialressourcen kümmert, sondern sich auch mit unserer psychischen und physischen Gesundheit auseinandersetzt und sie in der Planung miteinbezieht. Darüber hinaus ist es ihre Aufgabe, uns wieder enger in die Natur einzubinden.

gesund leben the window
Was es dafür braucht? Mehr Grünräume in den Städten, Pflanzen in den Innenräumen und die Verbindung der Innenräume mit dem Außenklima durch natürliche Belichtung und Belüftung. Natur muss in unserem Leben wieder intensiv erleb- und erfahrbar werden.
Es bedarf also (Lebens-)Räume, in denen Menschen zurück zur inneren Ruhe und Harmonie finden können. Räume, in denen Menschen den Eindruck haben, zurück zur Natur zu gelangen. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Gleichgewicht von Bebauung einerseits und der Schaffung von Natur andererseits erhalten bleiben soll. Der Autor warnt vor einer Homogenisierung der Grünräume und vor dem Verlust der wirklichen Urbanität. Stadträume sollen zukünftig keinesfalls „gigantischen Golfplätzen“ gleichen. 

 

gesund leben work play sleep

Das richtige Maß an Grünräumen lädt Stadtbewohner dazu ein, Wege zu Fuß oder per Fahrrad zurückzulegen, fördert die soziale Interaktion und verringert sogar die Gewaltbereitschaft.

Auch Licht und Luft sind für unser Wohlbefinden wesentlich. Statt konstanter  und vor allem dunkler Lichtstärken erfordert es einen kontinuierlichen Wechsel der Lichtintensität und grundsätzlich helleres Licht in den Innenräumen. Ebenso verhält es sich mit der Belüftung: Der Mensch fühlt sich um einiges wohler, wenn er das Klima in den Räumen individuell regulieren kann.

 

 

 

 

 

gesund leben modern view
Licht spielt auch bei dem 24-Stunden-Rhythmus eine wesentliche Rolle: Blaues Licht am Morgen hat eine besonders starke Wirkung auf unser zirkadianes System (die „innere Uhr“). Daher sollte das Schlafzimmer nach Osten ausgerichtet sein, um den Aufwachprozess zu unterstützen. Am Abend hingegen bereitet uns das warme Licht des Sonnenuntergangs auf den Schlaf vor. Konstantes künstliches Licht unterbricht diesen Rhythmus und bringt nachgewiesenermaßen schädliche Auswirkungen auf Körper und Geist mit sich.

Peter Buchanan führt uns mit seinem Artikel vor Augen, dass einem gesünderen und sogar glücklicherem Leben nichts im Wege steht, wenn wir die Magie der Natur wiedererkennen und eine Verbindung mit ihr und unserem gebauten Umfeld schaffen.

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