D&A – Plädoyer für einen Sinneswandel

D&A – Plädoyer für einen Sinneswandel

Im zweiten Kapitel des neuen D&A Magazins untersucht der Herausgeber des DETAIL Magazins, Jakob Schoof einige vielversprechende Strategien, um unser Leben und unsere gebaute Umwelt mit der Natur zu verbinden. Unser gesunder Menschenverstand spielt dabei eine wesentliche Rolle!

1„Was ist uns die Natur wert?“ mit dieser grundlegenden Frage eröffnet der Autor seine Überlegungen zu diesem Thema. 2005 ließen die Vereinten Nationen erheben, welche Ressourcen und Dienstleistungen – wie Rohstoffe und medizinische Wirkstoffe – uns die Natur liefert. Dabei wurde allerdings die natürliche Ressource Tageslicht, welche unseren Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, völlig außer Acht gelassen. Diesen Umstand führt Schoof auf das heutige Naturverständnis des Menschen zurück.

Wir alle wissen zwar, dass direkter Naturkontakt, Tageslicht und Aussichtsmöglichkeiten großen (Erholungs-)Wert haben. Geht es allerdings um CO2-Emissionen oder andere abstrakte Rechengrößen, geraten diese wichtigen Belange in Vergessenheit und ersetzen mitunter oft den gesunden Menschenverstand. „Diese Ignoranz gilt es zu überwinden“ lautet Schoof’s Forderung.

2Die Natur ist unsere Lebensgrundlage – gerade auch in den Städten der Welt. Darum „müssen wir sie im Alltag sichtbar machen, statt sie in CO2-Bilanzen und Energieverbrauchsberechnungen zu verstecken“, so der Autor.

„Wir können nur schützen, was wir lieben, wir können nur lieben, was wir kennen, und wir können nur kennen, was wir sehen. Oder hören. Oder fühlen.“ (Richard Louv „The Nature Principle“)

Der Architekturprofessorin Anne Whiston Spirn zufolge ist „Natur in der Stadt viel mehr als nur Bäume und Gärten (…). Sie umfasst auch die Luft, die wir atmen, die Erde, auf der wir stehen, das Wasser, das wir trinken und wieder ausscheiden, und all die Organismen, mit denen wir unseren Lebensraum teilen.“

Die Wechselwirkung zwischen Natur
und menschlicher Gesundheit

3Der Kontakt mit der Natur kann unter anderem die Heilung von Krankheiten, die Konzentrationsfähigkeit und die geistige und sensorische Entwicklung von Kindern fördern. Viel Tageslicht und natürliche Belichtung in Büroräumen resultieren zudem in höherer Leistungsfähigkeit, weniger Stress und größerer Motivation der Mitarbeiter.

Um diesen Kontakt wieder herzustellen und die Wechselwirkung zwischen Natur und menschlicher Gesundheit zu verstehen, stellt Jakob Schoof vier Berührungsebenen vor:

  • Die körperliche Ebene
    also das „Eintauchen in die Natur“ wie es zB in Parks oder auch Gemeinschaftsgärten möglich ist.
  • Die sensorische Ebene
    beschreibt das Wahrnehmen von visuellen und akustischen Naturphänomenen, die eine beruhigende als auch  aktivierende Wirkung entfalten.
  • Lebensnotwendige Ressourcen
    wie Luft zum Atmen sowie natürliches Licht, das die seelische und geistige Gesundheit sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst.
  • Die zeitliche Ebene
    der bereits angesprochene Schlaf-Wach-Rhythmus spielt hier die Hauptrolle. In Zeiten der technischen und gesellschaftlichen Beschleunigung widersetzt man sich hier oft der Natur.

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Um eine gesunde Naturbeziehung zu fördern, fordert uns Jakob Schoof abschließend dazu auf, wieder stärker auf unsere Intuition zu hören, Dinge auszuprobieren, Platz für Vielfalt zu schaffen und uns in den Mittelpunkt zu stellen.

Hier geht’s zur aktuellen Ausgabe des Daylight & Architecture Magazins sowie zum vollständigen Artikel.

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